Mesh APP · Guide · Projekte
Projekt Pro: Leistungen, Tagesberichte, Aufmaß
Bei Pauschalaufträgen genügt das Projekt-Kernmodul. Sobald du aber nach Einheitspreisen abrechnest, Mengen nachweisen musst oder Rücklässe verwaltest, brauchst du eine Ebene tiefer. Genau dafür ist Projekt Pro gebaut — dieser Guide zeigt die vier Bereiche und wie sie zusammenrechnen.
Was du brauchst, bevor du anfängst
Projekt Pro ist ein Zusatzmodul und wird pro Arbeitsbereich freigeschaltet. Danach erscheinen im Projekt drei weitere Tabs.
- Modul Projekt Pro gebucht — sonst fehlen die Tabs „Leistungen", „Tagesberichte" und „Aufmaß".
- Ein Standard-Stundensatz für Lohnkosten im Arbeitsbereich, damit Soll-Lohnkosten je Leistung berechnet werden können.
Im Video ansehen
Projekt Pro von der Leistung bis zur Abrechnung.
SCHRITT 1Leistungen: das Projekt in Positionen zerlegen
Statt einem Budget für das ganze Projekt legst du Leistungspositionen an — „Pflasterfläche 180 m²”, „Randeinfassung 40 lfm”, „Rollrasen 240 m²”. Jede Position trägt ihr eigenes Soll: Stunden, Materialkosten, Lohnkosten und Erlös.
Der Effekt: Läuft das Projekt schlecht, siehst du nicht nur die schlechte Gesamtzahl, sondern die Position, die sie verursacht.
Was eine Leistung trägt
| Menge und Einheit | m², lfm, Stück, Stunden — die abrechenbare Größe der Position. | |
|---|---|---|
| Soll-Stunden | Kalkulierter Zeitaufwand. Bei Positionen aus dem Produktkatalog kann er aus der hinterlegten Durchschnittsdauer übernommen werden. | |
| Soll-Materialkosten | Kalkuliertes Material, aus dem Einkaufspreis des Produkts × Menge. | |
| Soll-Lohnkosten | Soll-Stunden × Standard-Stundensatz des Arbeitsbereichs. | berechnet |
| Soll-Erlös | Was die Position dem Kunden verrechnet wird. Beim Import aus einer Auftragsbestätigung wird er übernommen. | |
| Status | Der Fortschritt der Position — von offen bis fertig. Damit wird der Projektfortschritt zu einer Zahl statt einem Gefühl. |
Leistungen aus der Auftragsbestätigung übernehmen
Der schnellste Weg: die Positionen der Auftragsbestätigung importieren. Dann entsprechen die Leistungen exakt dem, was der Kunde bestellt hat — inklusive Mengen und Erlösen. Manuelles Anlegen bleibt für alles, was zusätzlich anfällt.
Aus Leistungen Aufgaben machen
Zu einer Leistung lassen sich direkt Aufgaben erzeugen und Mitarbeiter aus dem Ressourcenplaner übernehmen. So wird aus der Kalkulationszeile ein Arbeitsauftrag, ohne dass jemand die Positionen abtippt.
Achtung
Achte darauf, Lohn nicht doppelt zu zählen. Wenn Arbeitszeit-Komponenten eines kalkulierten Produkts schon einen Einkaufspreis tragen, steckt der Lohn dort und in den Soll-Lohnkosten. Sauber ist: Arbeitszeit über die Dauer und den Stundensatz, Material über den Einkaufspreis.
SCHRITT 2Bautagesbericht: was an einem Tag wirklich passiert ist
Der Tagesbericht dokumentiert einen Bautag: anwesende Mitarbeiter mit Stunden, ausgeführte Arbeiten, Wetter, eingesetzte Geräte, Behinderungen und Fotos. Er ist Nachweis und Gedächtnis gleichzeitig — und im Streitfall das Dokument, das zählt.
Fremderfassung durch den Vorarbeiter
Nicht jeder Monteur tippt abends einen Bericht. Deshalb kann eine berechtigte Person die Zeiten für andere erfassen — der Vorarbeiter macht den Bericht für die Kolonne. Nachvollziehbar bleibt, wer erfasst hat und für wen.
Vom Bericht in die Zeiterfassung
Die im Tagesbericht erfassten Stunden sind keine Parallelwelt: Sie werden dem Projekt und den Mitarbeitern zugeordnet und laufen in die Auswertung ein. Einmal erfassen genügt.
Tipp
Behinderungen konsequent eintragen — Regen, fehlender Vorunternehmer, gesperrte Zufahrt. Genau diese Einträge begründen später Bauzeitverlängerungen. Wer sie nicht dokumentiert, diskutiert ohne Belege.
SCHRITT 3Aufmaß: Mengen mit Nachweis
Ein Aufmaß in Mesh APP ist kein Feld mit einer Zahl, sondern eine Rechnung mit Belegkette: Du erfasst Messzeilen (Länge × Breite, Abzüge für Öffnungen), und jede Zeile bleibt als Mengenansatz erhalten — inklusive der Formel, mit der gerechnet wurde.
Drei Mengenebenen
| Rohmaß | Das gemessene Maß, ungefiltert. Die Beweisebene — wird nie überschrieben. | |
|---|---|---|
| Abrechnungsmenge | Das Rohmaß nach der Abrechnungsregel des Gewerks (Übermessungsregeln, Mindestmengen). Diese Menge geht in die Rechnung. | Rechnung |
| Materialmenge | Die Menge inklusive Verschnitt — die Grundlage für die Bestellung, nicht für die Rechnung. | Bestellung |
Warum drei Mengen und nicht eine
Weil sie sich unterscheiden und jede ihren Zweck hat: Gemessen wird das Rohmaß, verrechnet wird nach Regel, bestellt wird mit Verschnitt. Wer alles in eine Zahl presst, verliert entweder Geld bei der Abrechnung oder Material auf der Baustelle.
Aufmaßblatt vor dem Projekt
Ein Aufmaßblatt darf schon existieren, bevor es ein Projekt gibt — beim Erstbesuch auf der Privatbaustelle. Es lässt sich später dem Projekt zuordnen. Kalkulations-, Zwischen- und Schlussaufmaß sind getrennte Typen; ein Blatt kann unterschrieben werden.
SCHRITT 4Kostenjournal und Rücklass
Zwei Bereiche, die vor allem im Bau gebraucht werden — und ohne die eine Nachkalkulation unvollständig bleibt.
Die beiden Bereiche
| Kostenjournal | Jede Ist-Kostenbuchung des Projekts als einzelne Zeile — Personal, Material, Fremdleistung — mit Herkunft. Damit ist jeder Euro in den Ist-Kosten nachvollziehbar, statt als Summe zu erscheinen. | |
|---|---|---|
| Kostenrichtlinie | Legt fest, woraus die Ist-Kosten gebildet werden: Lohn über Zeiterfassung oder Tagesbericht, Material über Belege oder Leistungen. Pro Projekt überschreibbar. | |
| Haftrücklass | Der einbehaltene Anteil zur Sicherung der Gewährleistung. Wird auf der Rechnung ausgewiesen und bleibt als offener Betrag verfolgt. | |
| Deckungsrücklass | Sicherheit für die Bauzeit, die nach Fertigstellung freigegeben wird. | |
| Freigaben | Rücklässe werden nicht vergessen, sondern zur Freigabe fällig — mit Datum und Nachverfolgung, statt in einer Excel-Liste zu versanden. |
Warum das Geld ist
Nicht freigegebene Rücklässe sind der stillste Verlust im Baugeschäft: Das Geld steht dir zu, aber niemand fragt danach. Sobald sie im System mit Fälligkeit liegen, fragt das System.
Das Ergebnis
Projekt Pro macht aus dem Projekt eine belegbare Rechnung:
- Jede Leistung hat ihr eigenes Soll und Ist — Probleme sind lokalisierbar.
- Tagesberichte belegen, was passiert ist, inklusive Behinderungen.
- Aufmaße trennen gemessene, verrechnete und bestellte Menge.
- Kostenjournal und Rücklässe machen aus Summen nachvollziehbare Posten.
Für wen sich das lohnt
Bau und Tiefbau
Einheitspreise, Aufmaß, Bautagesbericht und Rücklässe sind hier Standard — ohne diese Ebene führt man zwei Systeme parallel.
Garten- und Landschaftsbau
Flächen, Längen und Verschnitt: Die drei Mengenebenen sind genau das, was zwischen Angebot, Bestellung und Rechnung sonst schiefgeht.
Pauschalgeschäft
Wer ausschließlich pauschal abrechnet, kommt mit dem Kernmodul weit. Der Umstieg lohnt, sobald Mengen strittig werden.
Häufige Fragen
Brauche ich Projekt Pro für Aufmaße?
Ja, Aufmaß gehört zum Zusatzmodul. Es wird pro Projekt genutzt und ist als Projekt-Tab eingebunden.
Kann der Monteur Tagesberichte schreiben?
Ja — dafür gibt es eine eigene Rolle mit eingeschränkten Rechten. Sie sieht, was sie braucht, und keine Kosten.
Ersetzt das Kostenjournal die Buchhaltung?
Nein. Es ist die projektbezogene Kostensicht — die Buchhaltung bleibt Buchhaltung. Der Zweck ist die Nachkalkulation, nicht der Jahresabschluss.
Was passiert mit Leistungen, die nicht ausgeführt werden?
Sie bleiben mit ihrem Status erhalten. Für die Nachkalkulation ist es wichtig zu sehen, was geplant war und nicht kam.
Verwandte Guides
Mit einem echten Projekt testen
Nimm ein laufendes Projekt aus deinem Betrieb und bau es nach — danach weißt du, ob die Struktur zu euch passt.
30 Tage kostenlos · keine Kreditkarte · entwickelt in Österreich