Mesh APP · Guide · Produkte & Lager
Produkte und Lager: Stammdaten, Preise, Bestand
Preislisten in Excel sind genau so lange praktisch, bis jemand die falsche Version verwendet. Der Produktkatalog ist die Stelle, an der Preise, Einheiten und Steuersätze einmal richtig stehen — und danach in jedem Angebot und jeder Rechnung stimmen.
Was du brauchst, bevor du anfängst
Eine Einstellung entscheidet, welche Felder du überhaupt siehst:
- Aktive Produkttypen im Arbeitsbereich festlegen. Wer keine Lizenzen verkauft, blendet digitale Produkte aus und hat eine schlankere Maske.
- Standardeinheiten pflegen — Stück, Stunde, m², lfm, kg, Sack, Palette.
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Ein Produkt vollständig anlegen.
SCHRITT 1Die fünf Produkttypen
Der Typ bestimmt, welche Felder sinnvoll sind und wie das Produkt sich im Lager und in Dokumenten verhält. Er ist eine eigene Achse — unabhängig von Kategorien.
Produkttypen
| Artikel | Physische Ware mit Bestand: Zement, Schrauben, Pflastersteine. Der Kernfall für Lagerführung. | 1 |
|---|---|---|
| Dienstleistung | Arbeitsleistung ohne Bestand — Montagestunde, Wartung, Planung. Mit Stundenpreis oder Pauschale. | 2 |
| Digital | Lizenzen und digitale Güter, mit Angaben zu verfügbaren Lizenzen. | 3 |
| Equipment | Geräte und Werkzeug, die du besitzt und Mitarbeitern zuweist — nicht primär zum Verkauf. | 4 |
| Kalkuliert | Ein Produkt, das aus Komponenten zusammengerechnet wird: Material plus Arbeitszeit ergibt einen Einheitspreis, etwa „Pflasterfläche pro m²". | 5 |
Tipp
Schalte nur die Typen frei, die du wirklich nutzt. Jeder zusätzliche Typ bringt Felder mit, die dein Team beim Anlegen überspringen muss.
SCHRITT 2Identität: Nummer, SKU, Barcode
Drei Kennungen mit unterschiedlichem Zweck — sie werden gern verwechselt.
Kennungen
| Produktnummer | Vom System aus dem Nummernkreis vergeben. Deine interne Ordnung. | automatisch |
|---|---|---|
| SKU | Deine eigene Artikelbezeichnung, frei wählbar. Nützlich, wenn ihr eine gewachsene Systematik habt. | |
| Barcode / EAN | Die Kennung auf der Verpackung. Wird beim mobilen Scannen gesucht — ein gepflegter Barcode macht den Scanner erst nützlich. | |
| Name | Was in Angebot und Rechnung steht. Der Kunde liest das — also verständlich, nicht kryptisch. | Pflicht |
| Kategorie | Zur Gliederung des Katalogs und für Auswertungen. | |
| Interne Notiz | Nur intern sichtbar: Lieferantenhinweise, Bezugsquellen, Warnungen. |
SCHRITT 3Preise: Einkauf, Verkauf, Netto, Brutto
Mesh APP führt Einkaufs- und Verkaufspreis getrennt, jeweils netto und brutto. Das ist die Grundlage dafür, dass Projekte eine echte Marge zeigen können.
Preisfelder
| Einkaufspreis | Was dich das Produkt kostet. Fließt in Projekt-Materialkosten und in kalkulierte Produkte. | |
|---|---|---|
| Verkaufspreis | Was der Kunde zahlt. Wird in Verkaufsdokumenten vorbelegt. | |
| Steuersatz | Der Satz dieser Leistung. Hängt am Produkt, nicht am Dokument — deshalb sind gemischte Sätze in einer Rechnung problemlos. | |
| Stundenpreis | Bei Dienstleistungen der Preis pro Stunde, alternativ eine Pauschale. | |
| Staffelpreise | Mengenabhängige Preise („ab 100 Stück günstiger"). Gehören ins Produkt, nicht in den Kopf des Bearbeiters. |
Warum getrennte Einkaufspreise
Weil ohne sie keine Nachkalkulation möglich ist. Ein Projekt kann nur zeigen, was verdient wurde, wenn bekannt ist, was das Material gekostet hat.
Achtung
Änderst du einen Preis, gilt er nur für neue Dokumente. Bestehende Angebote und Rechnungen behalten ihren Preis — sonst würden alte Belege rückwirkend andere Beträge zeigen.
SCHRITT 4Einheiten und Verpackung
Die Einheit bestimmt, wie das Produkt gemessen und verrechnet wird. Zusätzlich lässt sich eine zweite Einheit mit Faktor hinterlegen — für den Fall, dass ein anderes Maß gilt als das, in dem eingekauft wird.
Mengenangaben
| Standardeinheit | Stück, Stunde, m², lfm, kg. Wird in Dokumentpositionen übernommen. | |
|---|---|---|
| Zweite Einheit + Faktor | Etwa Sack zu 25 kg oder Palette zu 60 Stück. Der Faktor rechnet um. | |
| Maße und Gewicht | Länge, Breite, Höhe, Gewicht — für Versand und Transportplanung. |
SCHRITT 5Lagerbestand führen
Bestandsführung ist pro Produkt aktivierbar. Sinnvoll für Ware, die du auf Lager hältst — nicht für Dienstleistungen und nicht für Material, das immer direkt auf die Baustelle geliefert wird.
Lagerfelder
| Bestandsführung | Der Schalter. Aus heißt: kein Bestand, keine Warnungen, keine Bewegungen. | |
|---|---|---|
| Bestand | Die aktuelle Menge. Wird durch Dokumente und manuelle Bewegungen fortgeschrieben. | |
| Reserviert | Menge, die durch Angebote oder Aufträge vorgemerkt ist — aber noch im Lager liegt. | |
| Mindestbestand | Die Schwelle für Bestandswarnungen. Ohne sie merkt niemand, dass etwas ausgeht. |
Wie Bewegungen entstehen
Der Bestand ändert sich durch den Dokumentfluss: Ein Auftrag reserviert, ein Lieferschein bucht aus, eine Gutschrift bucht zurück. Zusätzlich lassen sich Bewegungen manuell erfassen — Inventurdifferenz, Bruch, Eigenverbrauch. Jede Bewegung bleibt nachvollziehbar.
Kalkulierte Produkte lösen sich auf
Verkaufst du ein kalkuliertes Produkt, werden für die Bestandsführung seine Komponenten gebucht, nicht das Produkt selbst. Das ist richtig: „Pflasterfläche pro m²” liegt nicht im Lager, die Steine und der Splitt schon.
Achtung
Aktivier die Bestandsführung nur dort, wo du sie auch pflegst. Ein gepflegter Bestand für zwanzig Artikel ist wertvoll; ein ungepflegter für dreihundert ist schlimmer als keiner, weil sich niemand mehr darauf verlässt.
SCHRITT 6Kalkulierte Produkte aufbauen
Ein kalkuliertes Produkt bündelt Komponenten zu einem Einheitspreis. Statt bei jedem Angebot Steine, Splitt, Fugensand und Arbeitszeit einzeln zu rechnen, legst du „Pflasterfläche pro m²” einmal an.
Je Komponente
| Bezeichnung | Was die Komponente ist — verweist optional auf ein bestehendes Produkt. | |
|---|---|---|
| Menge je Einheit | Wie viel davon in eine Einheit geht: 0,05 m³ Splitt pro m². | |
| Einkaufspreis | Kosten der Komponente. Ergibt die Materialkosten des Ganzen. | |
| Verkaufspreis | Anteil am Verkaufspreis der Einheit. | |
| Feste Menge | Für Anteile, die unabhängig von der Menge anfallen — Anfahrt, Rüstzeit. | |
| Aufschlag | Zuschlag auf die Summe der Komponenten, als Prozent oder Betrag. |
Arbeitszeit richtig einrechnen
Arbeitszeit als Komponente ist üblich. Achte darauf, sie nur einmal zu bewerten: Wenn Projekt Pro die Lohnkosten schon aus der Dauer und dem Stundensatz rechnet, dürfen Arbeitszeit-Komponenten keinen Einkaufspreis tragen — sonst steckt der Lohn zweimal in den Kosten.
Mannzahl und Dauer
Es gibt kein eigenes Feld für die Anzahl der Personen. „15 Minuten mit zwei Mann” trägst du als Stunden ein: 0,25 × 2 = 0,5. Die Mannzahl gehört in den Namen der Komponente, damit später nachvollziehbar bleibt, wie gerechnet wurde.
Das Ergebnis
Der Katalog arbeitet ab jetzt für dich:
- Preise, Einheiten und Steuersätze stehen einmal richtig und gelten überall.
- Angebote entstehen aus Klicks statt aus Tippen.
- Einkaufspreise machen die Nachkalkulation möglich.
- Bestand und Mindestbestand melden sich, bevor Material fehlt.
Wie man den Katalog aufbaut
Mit den Top 20 anfangen
Nicht den ganzen Baumarkt abbilden. Die zwanzig Positionen, die in 80 % der Angebote stehen — der Rest wächst mit.
Kleinkram nicht vergessen
Anfahrt, Entsorgung, Kleinmaterial, Gerätemiete. Genau diese Positionen werden sonst vergessen und nicht verrechnet.
Import für Bestandsdaten
Bestehende Preislisten lassen sich per Excel oder CSV importieren, inklusive Preisen und Einheiten.
Häufige Fragen
Kann ich Produkte ohne Preis anlegen?
Ja, dann tippst du den Preis im Dokument. Sinnvoll bei Handelsware mit ständig wechselnden Einkaufspreisen.
Was ist der Unterschied zwischen Kategorie und Produkttyp?
Der Typ bestimmt das Verhalten (Bestand, Felder, Lagerlogik), die Kategorie nur die Gliederung. Zwei unabhängige Achsen.
Wirken Preisänderungen auf alte Angebote?
Nein. Bestehende Dokumente behalten ihren Preis vom Erstellungszeitpunkt.
Brauche ich Lagerorte?
Die Bestandsführung arbeitet ohne getrennte Lagerorte — ein Bestand je Produkt. Für die meisten Handwerksbetriebe mit einem Lager ist das genau richtig.
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