IDS Connect: Großhandel direkt an die Handwerkersoftware anbinden
Was IDS Connect ist, wie die Schnittstelle zum Großhändler-Shop im Alltag funktioniert, wie sie sich von Datanorm und UGL unterscheidet – und für welche Betriebe sie sich lohnt.
Ein Elektriker stellt ein Angebot für eine Wohnungssanierung zusammen: 40 Positionen, davon 25 Material. Jede davon sucht er im Shop des Großhändlers, kopiert Artikelnummer, Bezeichnung und Preis und tippt sie ins Angebot. Das sind schnell 20 Minuten – und an mindestens einer Stelle stimmt danach eine Ziffer nicht.
IDS Connect ist die Schnittstelle, die genau diesen Schritt ersetzt. Dieser Artikel erklärt, was dahintersteckt, wie es im Alltag abläuft und wofür es sich lohnt.
Was IDS Connect ist
IDS steht für „Integrierte Daten-Schnittstelle“. Sie verbindet eine Handwerkersoftware mit dem Online-Shop eines Großhändlers. Entwickelt wurde sie in der SHK-Branche, inzwischen bieten sie auch viele Elektrogroßhändler an – in Deutschland wie in Österreich.
Der Kern ist einfach: Statt Artikel aus dem Shop abzuschreiben, öffnet man den Shop aus der Software heraus, legt die Artikel dort in den Warenkorb und schickt den Warenkorb zurück. Artikelnummer, Bezeichnung, Menge und der eigene Nettopreis kommen so ohne Abtippen in Angebot oder Auftrag.
So läuft es im Alltag
- Im Angebot auf „Großhändler öffnen“ klicken – der Shop öffnet sich, man ist bereits mit dem eigenen Kundenkonto angemeldet.
- Im Shop suchen wie gewohnt: nach Artikelnummer, Hersteller oder Produktgruppe, mit Bildern, Datenblättern und Verfügbarkeit.
- Die benötigten Artikel in den Warenkorb legen.
- Den Warenkorb an die Software übergeben.
- Die Positionen stehen im Angebot – mit den Konditionen, die der Betrieb mit dem Großhändler ausgehandelt hat. Jetzt nur noch Aufschlag und Arbeitszeit ergänzen.
Der Unterschied zum Abtippen ist nicht nur die Zeit. Der Preis im Angebot ist der, der gerade beim Großhändler gilt – nicht der aus der Preisliste vom letzten Frühjahr.
IDS Connect, Datanorm, UGL – was ist was?
Im Handwerk kursieren drei Begriffe für den Datenaustausch mit dem Großhandel. Sie lösen unterschiedliche Aufgaben:
| Datanorm | UGL | IDS Connect | |
|---|---|---|---|
| Was es ist | Dateiformat für Artikelstämme und Preislisten | Dateiformat für Anfragen, Angebote und Bestellungen | Online-Verbindung zum Shop des Großhändlers |
| Wie es funktioniert | Datei herunterladen und importieren | Datei exportieren und übertragen | Shop aus der Software öffnen, Warenkorb zurückholen |
| Wie aktuell | so alt wie der letzte Import | je Vorgang | tagesaktuell |
| Stärke | großer Artikelstamm auch offline | standardisierter Belegaustausch | aktuelle Nettopreise, Verfügbarkeit, kein Abtippen |
Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ist IDS Connect der praktischste Weg: Es braucht keinen gepflegten Artikelstamm mit zehntausenden Einträgen, sondern holt genau die Artikel, die für den Auftrag gebraucht werden.
Was es bringt – ein Beispiel
Ein Betrieb schreibt 30 Angebote im Monat mit durchschnittlich 15 Materialpositionen. Wer jede Position aus dem Shop abschreibt, braucht dafür grob eine halbe Minute – zusammen also knapp 4 Stunden im Monat reine Übertragungsarbeit.
Wichtiger als die Stunden sind zwei andere Effekte:
- Keine Zahlendreher. Eine falsche Artikelnummer fällt erst auf, wenn das falsche Teil auf der Baustelle liegt.
- Keine veralteten Preise. Gerade bei Kupfer, Kabeln oder Wärmepumpen ändern sich Einkaufspreise spürbar. Ein Angebot mit dem Preis von vor drei Monaten kostet Marge, bevor der erste Handgriff getan ist.
Wie sich ein sauberer Materialpreis mit Aufschlag und Stunden zum Angebotspreis zusammensetzt, steht in Angebot schreiben im Handwerk und in Stundenverrechnungssatz berechnen.
Voraussetzungen
- Ein Kundenkonto beim Großhändler, der IDS Connect anbietet. Bei den großen SHK- und Elektrogroßhändlern ist das üblich; der Außendienst oder der Webshop-Support schaltet den Zugang frei.
- Die Zugangsdaten für IDS Connect. Sie unterscheiden sich oft vom normalen Shop-Login und werden einmal in der Software hinterlegt.
- Eine Software, die IDS Connect unterstützt. Ohne sie bleibt nur das Abtippen.
Für wen es sich lohnt
Am meisten bringt IDS Connect Betrieben, deren Angebote zu einem großen Teil aus Material bestehen und die regelmäßig beim selben Großhändler einkaufen:
- Elektriker – viele Kleinteile je Auftrag, schwankende Kupfer- und Kabelpreise. Mehr dazu auf der Seite Elektriker-Software, für Österreich unter Software für Elektriker in Österreich.
- Installateure und SHK-Betriebe – teure Einzelkomponenten wie Thermen, Kessel und Wärmepumpen, bei denen jeder Prozentpunkt im Einkauf zählt. Siehe SHK-Software und Software für Installateure in Österreich.
Für Gewerke, die kaum über den Fachgroßhandel einkaufen, ist die Schnittstelle dagegen nebensächlich.
IDS Connect in der Mesh APP
In der Mesh APP ist IDS Connect Teil des Moduls Handwerk PRO. Aus dem Angebot heraus öffnet ihr den Shop eures Großhändlers, stellt den Warenkorb zusammen und übernehmt die Artikel mit euren Konditionen. Von dort laufen sie weiter wie jede andere Position: in den Auftrag, in die Nachkalkulation und am Ende auf die Rechnung.
Handwerk PRO enthält außerdem den Soll-Ist-Vergleich je Position, Bautagesberichte und das Kostenjournal für die Nachkalkulation – und alles aus Handwerk light, also auch das Aufmaß.