Kalkulation im Metallbau: Von der Stückliste zum Angebotspreis

Die Kalkulation im Metallbau läuft über vier Blöcke: Material aus der Stückliste, Fertigungszeiten je Arbeitsgang, Zukaufteile und Oberfläche, und schließlich Montage mit Anfahrt. Wer einen davon pauschal schätzt, schätzt bei einem Geländerauftrag schnell um 15 Prozent daneben. Dieser Artikel geht die vier Blöcke an einem Beispiel durch — einem Edelstahlgeländer mit 18 Metern Länge.

Vorab die Abgrenzung: Es geht um die kaufmännische Kalkulation, nicht um Konstruktion. Statik, Werkstattzeichnung und Fertigungsdaten entstehen weiterhin im Konstruktionsprogramm.

Block 1: Die Stückliste

Die Stückliste ist die Grundlage. Ohne sie ist jede Materialsumme geraten. Für das Beispielgeländer:

Position Menge EK Summe
Rundrohr 42,4 × 2,0, V2A, geschliffen 24,0 lfm 18,40 € 441,60 €
Pfosten Vierkant 40 × 40 × 2,0 11 Stk. 26,80 € 294,80 €
Füllstäbe Rundmaterial 12 mm 96,0 lfm 4,20 € 403,20 €
Ankerplatten 120 × 120 × 8 11 Stk. 9,60 € 105,60 €
Befestigungsmaterial, Chemieanker 1 Satz 148,00 € 148,00 €
Materialeinsatz 1.393,20 €

Dazu kommt der Verschnitt. Bei Rohr und Rundmaterial sind 8 bis 12 Prozent realistisch, je nach Längenoptimierung — hier 10 Prozent auf Rohr und Füllstäbe, also 84,48 €.

Und der Materialgemeinkostenzuschlag für Beschaffung, Lagerung und Handling: 8 Prozent auf den Materialeinsatz inklusive Verschnitt, also 118,22 €.

Material gesamt: 1.595,90 €.

Der kritische Punkt ist das Datum der Einkaufspreise. Edelstahlpreise bewegen sich; ein Preisstand von vor sechs Monaten in einer Kalkulation ist kein Preis, sondern eine Erinnerung. Wer seinen Produktstamm quartalsweise pflegt, hat das Problem nicht — wer Preise pro Angebot beim Händler anfragt, hat es auch nicht, verliert aber Zeit. Die Mesh APP führt die Artikelpreise im Produktstamm, sodass beim Kalkulieren erkennbar ist, welcher Preisstand einer Position zugrunde liegt.

Damit die Einkaufspreise aktuell sind, ohne dass jemand sie vor jedem Angebot nachschlägt, gehören sie in den Produktstamm. Eine Metallbau-Software führt Profile, Zukaufteile und Verbindungsmittel mit Preis und Preisdatum; in der Mesh APP zieht das Angebot sie von dort und nicht aus einer Datei von letztem Herbst.

Block 2: Die Fertigungszeiten

Hier entscheidet sich die Kalkulation. Zeiten werden je Arbeitsgang angesetzt, nicht als Gesamtschätzung:

Arbeitsgang Zeit
Zuschnitt Rohr und Füllstäbe 3,5 Std.
Pfosten mit Ankerplatten verschweißen, 11 Stück 5,5 Std.
Füllstäbe einschweißen 9,0 Std.
Handlauf anpassen und aufschweißen 4,0 Std.
Schweißnähte verputzen und schleifen 7,5 Std.
Endkontrolle, Verpacken 1,5 Std.
Werkstatt gesamt 31,0 Std.

Der größte Posten ist nicht das Schweißen, sondern das Verputzen. Das überrascht regelmäßig bei der Nachkalkulation — und ist der Grund, warum Angebote mit geschliffener Oberfläche und solche mit roher Naht sich nicht um 10, sondern um 25 Prozent unterscheiden.

Block 3: Oberfläche und Zukauf

Was nicht im Haus gemacht wird, geht als Fremdleistung in die Kalkulation — mit Zuschlag, weil Beauftragung, Transport und Kontrolle Arbeit sind:

  • Elektropolieren extern: 420 € netto, Zuschlag 12 % = 470,40 €
  • Transport zur Beschichtung und zurück: 2,0 Std. Fahrzeit

Bei verzinkten oder pulverbeschichteten Bauteilen kommt hier außerdem die Durchlaufzeit ins Spiel — zwei Wochen beim Beschichter sind bei der Terminzusage wichtiger als bei der Kalkulation, gehören aber in dieselbe Betrachtung.

Block 4: Montage

Position Zeit
Anfahrt und Rückfahrt, 2 Mann 3,0 Std.
Bohren und Setzen der Chemieanker 4,5 Std.
Ausrichten und Montieren 6,0 Std.
Abdichten, Reinigen, Übergabe 2,5 Std.
Montage gesamt 16,0 Std.

Plus Transport zur Beschichtung: 2,0 Stunden. Insgesamt also 31,0 Werkstatt- und 18,0 Montagestunden — 49,0 Stunden.

Der Angebotspreis

Mit einem Stundenverrechnungssatz von 82,50 €:

Block Betrag
Material inkl. Verschnitt und MGK 1.595,90 €
49,0 Stunden à 82,50 € 4.042,50 €
Fremdleistung Elektropolieren inkl. Zuschlag 470,40 €
Selbstkosten 6.108,80 €
Gewinnaufschlag 10 % 610,88 €
Angebotssumme netto 6.719,68 €

Gerundet 6.720 € netto, das sind 373 € je laufenden Meter Geländer. Ein Wert, der sich mit Erfahrungswerten abgleichen lässt — liegt die eigene Kalkulation regelmäßig weit darunter, fehlt meist ein Block.

Einzelstück oder Serie

Die 49 Stunden gelten für ein Einzelstück. Bei der zweiten identischen Ausführung fallen Zuschnittoptimierung, Vorrichtungsbau und Einrichten weg — realistisch sind dann 38 bis 41 Stunden, also rund 20 Prozent weniger.

Das ist die Zahl, die im Gespräch mit dem Kunden zählt. Wer drei gleiche Geländer für ein Mehrfamilienhaus anfragt, bekommt keinen dreifachen Einzelpreis, sondern 6.720 € plus zweimal rund 5.800 €. Wer das nicht anbietet, verliert gegen den Mitbewerber, der es tut.

Umgekehrt gilt: Bei Einzelstücken mit Sondermaßen ist der Aufschlag auf die Rüstzeit kein Verhandlungsspielraum, sondern Kosten. Ein Geländer mit 18 unterschiedlichen Pfostenabständen ist in der Fertigung ein anderes Produkt als eines mit gleichmäßiger Teilung — auch wenn beide gleich aussehen.

Wo die Kalkulation im Metallbau typischerweise kippt

  • Verputzen wird unterschätzt. Der Posten mit der größten Abweichung zwischen Ansatz und Wirklichkeit. Bei sichtbaren Nähten in V2A liegt der Faktor zwischen Schweißen und Verputzen nahe bei eins zu eins.
  • Bauseitige Vorleistungen fehlen. Der Untergrund für die Ankerplatten ist nicht tragfähig, die Aussparung sitzt falsch. Montagezeit verdoppelt sich, Nachtrag wird nicht gestellt.
  • Aufmaß vor Rohbaufertigstellung. Wer im Rohbau misst und nach Estrich montiert, hat andere Höhen. Bei Geländern entscheidet das über die Absturzhöhe und damit über die Zulässigkeit.
  • Materialpreise aus dem Angebot bei Ausführung drei Monate später. Ohne Preisvorbehalt trägt der Betrieb die Differenz.
  • Die Anfahrt bei Kleinaufträgen. Drei Stunden Anfahrt bei einem Auftrag über 900 € sind ein Viertel der Auftragssumme. Bei Kleinaufträgen gehört die Anfahrt als eigene Position ins Angebot, nicht in den Stundensatz.

Kalkulation und Konstruktion getrennt halten

Im Metallbau laufen zwei Systeme nebeneinander, und das ist richtig so. Das Konstruktionsprogramm erzeugt Zeichnung, Statiknachweis, Stücklisten und Fertigungsdaten für die Maschinen. Die kaufmännische Seite erzeugt Angebot, Auftrag, Zeiten, Rechnung und Auswertung.

Der Übergabepunkt zwischen beiden ist die Stückliste. Sie entsteht in der Konstruktion und wird kaufmännisch bewertet. Wer versucht, das eine System das andere machen zu lassen, bekommt entweder eine Kalkulation ohne Konstruktionstiefe oder ein CAD-Programm, das schlecht Rechnungen schreibt.

Praktisch heißt das: Die Positionen aus der Konstruktion werden übernommen und mit aktuellen Einkaufspreisen und Zeitansätzen bewertet. Der Rückweg — kalkulierte Zeiten gegen tatsächliche — läuft ausschließlich auf der kaufmännischen Seite.

Wie der Preis im Angebot erscheint

Nicht als Einzelteilliste. Der Kunde bekommt eine Position „Edelstahlgeländer V2A, 18,0 lfm, Rundrohr 42,4 mm, Füllstäbe 12 mm, Oberfläche elektropoliert, inkl. Montage und Befestigung“ mit dem Gesamtpreis.

Die Stückliste bleibt intern. Wer sie mitschickt, verhandelt anschließend über den Preis einzelner Rohre — und der Kunde vergleicht mit dem Baumarktpreis für Meterware.

Tipp:

Zwei bis drei Varianten anbieten statt eines Preises: geschliffen statt elektropoliert, Füllstäbe statt Glasfüllung. Das verschiebt das Gespräch von „zu teuer“ auf „welche Variante“ und kostet in der Kalkulation nur die Differenzblöcke.

Nach der Montage: der Abgleich

Die Kalkulation ist erst dann etwas wert, wenn nach dem Auftrag jemand nachsieht. Bei 49 kalkulierten Stunden ist die Frage nicht, ob es 49 geworden sind, sondern in welchem Block die Abweichung liegt.

Typische Muster im Metallbau: Verputzen dauert länger als angesetzt, Montage hängt an der Bauseite, Verschnitt liegt über dem Ansatz, weil die Längen nicht aufgingen. Alle drei lassen sich beim nächsten vergleichbaren Auftrag korrigieren — wenn sie erfasst sind. Wie das systematisch geht, steht in Nachkalkulation im Handwerk.

Was der Betrieb dafür braucht

Drei Bausteine: einen gepflegten Produktstamm mit aktuellen Einkaufspreisen, Zeitansätze je Arbeitsgang statt Pauschalen, und eine Stundenerfassung, die auf den Auftrag bucht.

Praktisch heißt das Produkte und Lager für den Materialteil, Projekte für den Soll-Ist-Vergleich, und eine Metallbau-Software, in der beides am selben Auftrag hängt wie das Angebot.

Der Stundensatz von 82,50 €, mit dem hier gerechnet wurde, ist übrigens keine Annahme, sondern das Ergebnis einer Vollkostenrechnung für genau diesen Betriebstyp — nachzulesen in Stundenverrechnungssatz im Handwerk berechnen.

Fazit:

6.720 € für 18 Meter Geländer entstehen aus 1.596 € Material, 49 Stunden Arbeit und 470 € Fremdleistung. Die unsicherste Zahl darin sind nicht die Materialpreise, sondern die 31 Werkstattstunden — und davon entfällt der größte Einzelposten auf das Verputzen der Nähte. Wer diese Zeit aus der Nachkalkulation kennt statt sie zu schätzen, kalkuliert im Metallbau bereits genauer als die meisten.

Mehr dazu: Mesh APP 14 Tage testen — Preise und Module

Handwerkersoftware kostenlos: Was die Gratis-Tools können – und wo Schluss ist

Kostenlose Handwerkersoftware gibt es in vier Formen: Gratis-Tarife kommerzieller Anbieter, Open-Source-Programme, allgemeine Bürosoftware wie Tabellenkalkulation, und zeitlich begrenzte Testzugänge. Jede davon funktioniert — bis zu einer bestimmten Betriebsgröße und für einen bestimmten Ausschnitt der Arbeit. Dieser Artikel sagt, wo die Grenze jeweils verläuft.

Die vier Wege

1. Gratis-Tarif eines kommerziellen Anbieters

Üblich sind Beschränkungen auf einen Nutzer, eine bestimmte Zahl von Dokumenten im Monat und ein eingeschränktes Funktionspaket. Für einen Ein-Personen-Betrieb mit fünf Rechnungen im Monat reicht das.

Die Grenze kommt in der Regel nicht über die Funktionen, sondern über die Nutzerzahl. Sobald ein Mitarbeiter dazukommt, der Zeiten erfassen oder Rechnungen sehen soll, endet der Gratis-Tarif. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die Absicht dahinter.

2. Open Source

Es gibt ausgereifte freie Warenwirtschafts- und ERP-Systeme, die Angebote, Rechnungen, Kunden und teils Projekte abdecken. Die Software selbst kostet nichts.

Was kostet, ist der Betrieb. Realistisch sind ein Server oder gemieteter Hostingplatz, die Einrichtung, die Anpassung an das eigene Gewerk und regelmäßige Updates. Wer das selbst kann, zahlt Zeit statt Geld. Wer es einkauft, zahlt an einen Dienstleister statt an einen Softwareanbieter — mit Tagessätzen, die schnell über einem Jahresabo liegen.

Der zweite Punkt wiegt schwerer als der erste: Es gibt keinen Support, der am Telefon erklärt, warum die Rechnung nicht rausgeht. Es gibt ein Forum.

3. Tabellenkalkulation und Textverarbeitung

Der Weg, den die meisten Betriebe tatsächlich gehen. Kundenliste in einer Tabelle, Angebotsvorlage im Textprogramm, Rechnungsnummern in einer weiteren Tabelle.

Bis etwa zwei Personen und 20 Dokumenten im Monat ist das tragfähig. Darüber beginnen die bekannten Probleme: Zwei Versionen derselben Datei, eine Rechnungsnummer doppelt vergeben, eine Preisänderung, die in der alten Vorlage stehen geblieben ist.

4. Der Testzugang

Nicht kostenlos, sondern kostenlos auf Zeit. Für die Frage „funktioniert das für meinen Betrieb“ ist das die ehrlichste Form — vorausgesetzt, der Test läuft mit echten Daten und nicht mit Beispielkunden.

Zum Vergleich der Maßstab, an dem sich die Gratis-Wege messen lassen müssen: Eine Handwerkersoftware wie die Mesh APP führt Kunden, Angebote, Rechnungen, Zeiten und Projekte auf denselben Daten — mit mehreren Nutzern gleichzeitig. Genau das ist der Punkt, an dem die vier Wege oben der Reihe nach ausscheiden.

Was die Gratis-Varianten gemeinsam nicht können

Quer über alle vier Wege fehlen dieselben vier Dinge:

  • Mehrere Nutzer auf denselben Daten. Der Monteur erfasst Zeiten, das Büro schreibt die Rechnung, beide sehen denselben Auftrag. Das ist die Funktion, an der Gratis-Lösungen regelmäßig enden.
  • Verbindung zwischen den Schritten. Aus dem Angebot wird der Auftrag, daraus die Rechnung, ohne Abtippen. In der Tabellenwelt ist jeder Schritt eine neue Datei.
  • Auswertung je Auftrag. Welcher Auftrag hat sich gerechnet. Dazu müssen Stunden und Belege am Auftrag hängen.
  • Jemand, der haftet. Bei einer Betriebsprüfung ist die Frage nach Nachvollziehbarkeit und Unveränderbarkeit von Belegen konkret. Eine selbstgebaute Tabelle beantwortet sie nicht.

 

Die versteckten Kosten der kostenlosen Variante

Drei Posten, die in keiner Rechnung stehen und trotzdem anfallen:

  • Die Person, die das System im Kopf hat. In fast jedem Betrieb mit selbstgebauten Tabellen gibt es genau eine Person, die weiß, wie sie funktionieren. Fällt sie aus oder geht sie, steht der Betrieb. Das ist kein Softwarerisiko, sondern ein Personalrisiko — und es ist teuer.
  • Die Datensicherung. Eine Tabelle auf einem Bürorechner ohne Sicherung ist ein Totalverlust mit Ansage. Eine ordentliche Sicherung einzurichten kostet Geld oder Zeit; beides wird in der Gratis-Rechnung nie mitgezählt.
  • Die Doppelerfassung an den Rändern. Selbst wer Angebote und Rechnungen in einem kostenlosen Tool führt, tippt Stunden, Material und Belege irgendwo anders hinein. Jede dieser Schnittstellen ist eine Fehlerquelle mit Arbeitszeit dran.

Der dritte Punkt ist der, der mit der Betriebsgröße am schnellsten wächst. Bei einer Person gibt es keine Schnittstelle. Bei fünf Personen gibt es an jedem Übergabepunkt eine.

Was beim Umstieg mit den alten Daten passiert

Die Sorge, die Betriebe vom Wechsel abhält, ist selten der Preis — es ist die Frage, was mit zehn Jahren Kundendaten passiert.

Realistisch ist: Kunden und Produkte lassen sich aus einer Tabelle übernehmen, wenn sie halbwegs sauber strukturiert ist. Alte Angebote und Rechnungen werden in der Regel nicht migriert, sondern bleiben als PDF im alten Ordner liegen — das genügt der Aufbewahrungspflicht und spart erheblichen Aufwand.

Der Schnitt liegt sinnvollerweise an einem Jahreswechsel: Alles bis 31.12. im alten System, alles ab 1.1. im neuen. Wer mitten im Jahr umstellt, führt für den Rest des Jahres zwei Systeme parallel.

Wann sich der Wechsel rechnet

Die nüchterne Rechnung für einen Betrieb mit vier Mitarbeitern, der heute mit Tabellen arbeitet:

Aufwand heute pro Monat Kosten
Stunden abtippen 3,5 Std. 158 €
Angebote aus alten Dokumenten zusammenbauen 4,0 Std. 180 €
Rechnungen aus Angeboten neu erfassen 2,5 Std. 113 €
Offene Posten suchen und nachfassen 2,0 Std. 90 €
Summe 12 Std. 541 €

Gerechnet mit 45 € Bürostundensatz. Dazu kommt, was nicht als Aufwand erscheint: die Rechnung, die zwei Wochen später rausgeht, und der Nachtrag, den niemand erfasst hat.

Der Vergleichswert ist nicht der Listenpreis einer Software, sondern der Preis für die Module, die der Betrieb tatsächlich braucht — bei vier Nutzern in der Regel Dokumente, Projekte und Zeiterfassung. Diese Zusammenstellung gegen die 541 € zu stellen, ist die ehrliche Rechnung. Auf der anderen Seite stehen die zwölf Stunden, die frei werden.

 

 

Wann Gratis die richtige Entscheidung ist

Es gibt Konstellationen, in denen kostenlose Werkzeuge nicht der Kompromiss, sondern die passende Wahl sind:

  • Nebengewerbe mit wenigen Rechnungen im Jahr.
  • Gründungsphase, solange unklar ist, wohin sich der Betrieb entwickelt.
  • Ein-Personen-Betriebe ohne Projektgeschäft, die im Wesentlichen Rechnungen schreiben.
  • Betriebe vor einer Übergabe, bei denen sich eine Umstellung nicht mehr amortisiert.

In all diesen Fällen ist das Argument nicht „reicht schon“, sondern: Die Kosten einer Umstellung — Einrichtung, Datenübernahme, Einarbeitung — stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Hinweis:

Wer wechselt, sollte den Zeitpunkt nicht dem Zufall überlassen. Der günstigste ist der Jahresbeginn, weil Nummernkreise und Auswertungen dann sauber neu anfangen. Der ungünstigste ist mitten in der Hochsaison.

Woran man einen Testzugang erkennt, der etwas taugt

  • Keine Kreditkarte bei der Anmeldung. Wer Zahlungsdaten vorab verlangt, rechnet mit Vergesslichkeit.
  • Voller Funktionsumfang, nicht nur eine Demo-Ansicht. Ein Test, in dem man keine echte Rechnung schreiben kann, testet nichts.
  • Eigene Daten möglich. Zwanzig echte Kunden, drei echte Angebote, ein echter Auftrag. Beispieldaten sehen immer gut aus.
  • Klar, was nach dem Test passiert — bleiben die Daten erhalten oder nicht.

Der Test beantwortet eine Frage, die keine Funktionsliste beantwortet: ob die Mitarbeiter damit arbeiten. Eine Software, die im Büro überzeugt und die der Monteur nach zwei Tagen nicht mehr öffnet, ist im Betrieb wertlos. Der Test der Mesh APP läuft 14 Tage, ohne Kreditkarte und mit vollem Funktionsumfang — genau, damit sich das vor der Entscheidung zeigt.

Womit man anfängt

Nicht mit allem gleichzeitig. Der Ablauf, der in den meisten Betrieben funktioniert:

  1. Kunden und Angebote zuerst. Das ist der Bereich mit dem größten Zeitgewinn und dem kleinsten Widerstand.
  2. Rechnungen im zweiten Schritt, sobald die Angebote laufen.
  3. Zeiterfassung im dritten, mit einer Kolonne beginnend.
  4. Projekte und Auswertung zuletzt — sie brauchen die Daten aus den Schritten davor.

Was das im Einzelnen umfasst, steht bei den Funktionen und für das Gewerk bei der Handwerkersoftware. Der Preisrechner zeigt, was die Module zusammen kosten.

Wer den Zeitgewinn vorher überschlagen will, findet die Rechnung für die Angebotsseite in Angebot schreiben im Handwerk und für die Zeitseite in Stundenzettel für Handwerker.

Fazit:

Kostenlose Werkzeuge scheitern selten an fehlenden Funktionen. Sie scheitern an der zweiten Person, die mit denselben Daten arbeiten soll. Solange ein Betrieb aus einer Person besteht, ist Gratis eine ernstzunehmende Option. Ab der ersten Mitarbeiterin verschiebt sich die Frage von „was kostet die Software“ zu „was kostet das Abtippen“ — und die Antwort darauf lag im Beispiel bei 541 € im Monat.

Mehr dazu: Mesh APP: Preise und Module